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Auch eine Frau mit Kopftuch ist deutsche Journalistin

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Auch eine Frau mit Kopftuch ist deutsche Journalistin
Natalie Amiri, die deutsche ARD-Korrespondentin in Iran, trat mit einem Kopftuch vor die Kamera. Dies soll bei Zuschauern grosser Aufschrei aufgelöst haben und zwar so gross, dass die ARD dafür gezwungener Maassen eine Erklärung abgeben musste!

Bayram Aydin, Kommentar

Natalie Amiri, die deutsche ARD-Korrespondentin in Iran, trat mit einem Kopftuch vor die Kamera. Dies soll bei Zuschauern grossen Aufschrei ausgelöst haben und zwar so groß, dass die ARD dafür gezwungenermaßen eine Erklärung abgeben musste, nämlich, dass das Kopftuch in Iran gesetzlich vorgeschrieben sei. 
Dabei werden einige Realitäten nicht beachtet. 

Bezüglich Kollegin Natalie Amiri bin ich der Meinung, dass man ihr überlassen sollte, welche Risiken sie in Bezug auf ihre Tätigkeit als Journalistin eingehen und welche Entscheidungen sie diesbezüglich treffen möchte. Es ist sicherlich für jeden Journalisten eine Herausforderung, in einem fremden Land zu arbeiten. Man muss sich an bestimmte Regeln halten und versuchen, trotz zeitlichem, staatlichen und gesellschaftlichem Druck, objektive und zuverlässige Informationen zu liefern. Ich gratuliere der Kollegin Frau Amiri , dass Sie trotz allem Ihren Job gemacht hat. 

Was ihre Kritiker betrifft:  Für Millionen Fussballspiel-Zuschauer ist es immer einfach, Fussballer zu kritisieren, die Tore verfehlen, selbst wenn sie nicht einmal Fussball gespielt haben. 

Damit komme ich zu den Zuschauern: Es ist eine Tatsache, dass in Iran Schleierpflicht für Frauen gilt. Auf der einen Seite kann man dies als Unterdrückung der Frauen wahrnehmen. Nach unserer westlichen Sicht ist es nicht angebracht, per Gesetz oder per gesellschaftlichem Zwang eine Frau zur Verschleierung zu zwingen. Auf der anderen Seite darf man aber weder per Gesetz noch per öffentlichem oder gesellschaftlichem Druck eine Frau, die sich freiwillig  verschleiert, dazu zu zwingen, ihr Kopftuch abzulegen. Daher darf man sich auch nicht aufregen, wenn eine Journalistin, eine Ärztin, eine Professorin, etc. mit Kopfbedeckung ihrer Tätigkeit nachgeht. 
Deutschland ist ein demokratisches Land und gibt den Frauen das Recht zu entscheiden, wie sie sich bekleiden. Nun die offene Frage an die aufgeregten Zuschauer: Ich habe bisher von keinem (türkischen) Muslim gehört, dass er/sie sich über Frauen beschwert, die sich ohne Verschleierung in der Öffentlichkeit zeigen. Sind Sie als ein Demokrat, Frauenrechtler, auch bereit, Frauen mit Kopftuch zu akzeptieren? Oder wollen sie genauso wie in Iran per Gesetz oder öffentlichem Druck sie ebenfalls unterdrücken, indem sie ihre Lebensweise nicht akzeptieren wollen? Vergessen Sie bitte dabei nicht, dass bereits ca. vier Millionen Muslime in Deutschland leben. 

Zum Schluss möchte ich die Reaktion von ARD erwähnen. Liebe ARD-Verantwortliche! In Deutschland zahlen auch Frauen mit Kopftuch Rundfunkbeiträge und gehören somit auch zu Ihren Finanzierern. In Ihren Sendungen und Programmen werden diese Frauen fast gar nicht dargestellt, etwa wie sie in Deutschland leben, mit welchen Problemen sie hier konfrontiert sind. Sie fühlen sich von Ihnen nicht verstanden. Wie viele Journalisten und Jornalistinnen mit Migrationshintergrund haben Sie in ihrem Fernsehen eingestellt? Statt auf irgendwelche Kritik unberechtigterweise Antworten zu suchen, wäre es angebrachter, sich auf die eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren und somit den Forderungen der multikulturellen Gesellschaft gerecht zu werden. 

Hoffentlich wird dieser Fall dafür einen Anlass geben! Auch eine Frau mit Kopftuch sollte als deutsche Journalistin akzeptiert werden.

Bild: Screenshot der Internetseite von Tagesschau.

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